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Aktuelles

Reisetagebuch zur BURN-Fahrt nach Andalusien

Beeindruckt von den Geheimnissen und Reizen der im Süden Spaniens gelegenen Provinz Andalusien sind die 25 Teilnehmer der Andalusienreise, organisiert von der KLJB Diözese Passau, kürzlich wieder zurück in Passau angekommen. Anlässlich des Zweijahresschwerpunktes BURN, indem die KLJB den Blick über den Tellerrand wagt und sich mit international relevanten Themen auseinandersetzt, konnte die KLJB in dieser landwirtschaftlichen Studienfahrt die wechselnden, stets atemberaubenden Landschaftskulissen hautnah erleben.

  Am Strand von Torremolinos

Angeführt von den beiden Reiseleiterinnen, der scheidenden Geschäftsführerin Anna Lirsch und ihrer Nachfolgerin Christina Haderer ging es am Sonntagnachmittag los in Richtung Málaga, dem größten Flughafen Spaniens und anschließend in die erste Unterkunft der Reise nach Torremolinos. Dort hatten die Jugendlichen die Möglichkeit den kilometerlangen Strand zu erkunden oder durch die Gassen und Straßen der Stadt zu flanieren. Von Torremolinos aus machte sich die Reisegruppe auf den Weg nach Gibraltar. Die überschaubare Stadt mit ihren 28.000 Einwohnern ist vor allem wegen ihres berühmten Felsens mit den Berberaffen als auch durch ihre bewegte Geschichte und Sonderstellung als britische Enklave bekannt.

Der Nachmittag stand unter dem Zeichen des aktuell brennendsten politischen Themas weltweit: die Asylpolitik. Ziel war das Städtchen Tarifa, die von Afrika aus nächstgelegenste Stadt am südlichsten Punkt des spanischen Festlands. Durch einen Vortrag bei der Menschenrechtsorganisation Andalusiens  konnten wir uns über die aktuelle Situation vor Ort vertraut machen.

Ein Highlight der Andalusien-Reise war die größte Stadt Andalusiens: Sevilla, in der die Jugendlichen die nächsten drei Nächte verbrachten. Die Hauptstadt der Region genoss bis Anfang des 18. Jahrhunderts, als der Fluss Guadalquivir noch schiffbar war, einen ungeheuren Reichtum. Viele Teilnehmer waren sich einig, dass sie eine der schönsten Städte Europas ist und aufgrund ihrer wechselvollen Geschichte eindrucksvolle Kunstdenkmäler aus allen Epochen besitzt. Hauptattraktion ist die riesige Kathedrale, die sich als größte gotische Kirche der Welt bezeichnen darf. Am dritten Tag stand eine Tour im Nationalpark in Doñana auf dem Programm, bevor man nachmittags an einer Führung durch die Reisfelder der Isla Mayor teilnahm und die Reisgenossenschaft Arozúa besuchte.

  Auf Safari im Nationalpark Doñana

Sehr früh begann der vierte Tag, der die Reisegruppe zunächst in die von Sevilla rund 50 Kilometer südöstliche gelegene Finca nach Cortijo de Arenales führte. Dort angekommen machten sich die 25 Teilnehmer auf einem offenen Pritschenanhänger umgeben von Kampfstieren auf den Weg durch das Areal. Die Besitzerin der Stierfarm erklärte uns während der Fahrt wie die Kampfstiere leben, bevor sie eines Tages in die Arena geschickt werden. Die Teilnehmer hatten dabei die Möglichkeit viel Wissenswertes rund um das Spektakel des Stierkampfes und dem Vorgang der Stierzucht zu erfahren. Weiter ging es nach Jerez, wo eine Besichtigung in der Sherry Bodega Williams & Humbert geplant war. Sherry ist ein spanischer alkoholverstärkter Likörwein, der für mehrere Jahre einem speziellen Reifeprozess unterzogen ist. In einer Führung wurde die Reisegruppe über die Besonderheiten und den Gärungsprozess informiert. Anschließend konnte man sich in einer Verköstigung über die Qualität und Geschmack dieses besonderen Aperitifs vertraut machen.

   Sherry-Verköstigung

Am Tag fünf verließen wir Sevilla in Granada. In der Stadt Córdoba, die von der Reisegruppe auf eigene Faust erkundet werden konnte, wurde dabei noch ein Zwischenstopp eingelegt. Córdoba ist die drittgrößte Stadt Andalusiens und damit Hauptstadt der gleichnamigen Provinz. Aufgrund ihrer zahlreichen Sehenswürdigkeiten und bunten Volksfeste zieht sie Jahr für Jahr Touristen aus aller Welt an und wurde 1984 in die Liste des UNESCO Weltkulturerbes aufgenommen. Am Nachmittag ging es dann weiter in die Studentenstadt Granada. In einer Stadtbesichtigung konnte sich die Reisegruppe von der andalusisch-maurischen Kultur, die sich auf vielerlei Art in das Erscheinungsbild der Stadt eingeschrieben hat, sowie vom spanischen Flamenco beeindrucken lassen. Am sechsten Tag besichtigte man das Wahrzeichen Granadas, die Alhambra. Wurde sie früher als Verteidigungsanlage und Fürstenwohnsitz genutzt, so sind heute vor allem die Paläste, die Aussichten auf Granada sowie die kleinen und großen Gärten zu bewundern. Weiter ging es dann auf den kurvenreichen Straßen der Sierra Nevada in die Alpujarras. Unterwegs legten wir dabei eine kurze Pause in Trevélez – auch als Schinkendorf der Alpujarras bezeichnet – ein. Dort erhielten wir Einblicke in das Handwerk der Schinkenherstellung bzw. -trocknung. Anschließend erhielt die Reisegruppe eine Führung durch die Terrassenfelder der Alpujarras. Der Terrassenanbau stellt eine besondere Form der landwirtschaftlichen Flächennutzung dar und ein gutes Beispiel für die Anpassung der Landwirtschaft an die naturräumlichen Gegebenheiten.

   Myrtenhof in der Alhambra

Nach einer kräftigen Tapas-Stärkung am letzten Abend führte die Reise an Tag sieben nach Almería, eine von Trockenheit und Kargheit geprägte Region Spaniens. Heutzutage wird in dieser Region exzessiver Anbau von Obst und Gemüse in Gewächshäusern betrieben, sodass die gesamte Region einem Meer aus Plastikfolien gleicht. In El Ejido durfte die Reisegruppe den Betrieb El Clisol besuchen und erhielt dabei interessante Einblicke in die Funktionsweise von Gewächshäusern sowie die besondere Art des Anbaus und der Pflege von Obst und Gemüse.

Langsam neigte sich die Fahrt dem Ende entgegen und so konnte man zum letzten Mal gemeinsam in den Straßen Torremolinos das Nachtleben erkunden, bevor man am Sonntag frühmorgens den Heimflug antrat. Es war wunderschöne, erlebnisreiche landwirtschaftliche Studienfahrt der KLJB Diözese Passau.

 

Ihr wollt noch mehr von Südspanien sehen? Hier geht's zur Fotogalerie (Teil 1 & Teil 2).